Der Fiordo di Furore ist geologisch gesehen gar kein Fjord: Er ist die tief eingeschnittene Mündung einer Schlucht, die zwischen Praiano und Amalfi die Felswand durchtrennt, am km 23 der SS163. Darüber führt die Brücke der Küstenstraße, rund dreißig Meter höher; darunter kleben eine Handvoll Fischerhäuser am Fels, dazu ein Kieselstrand, den man in Schritten misst, nicht in Metern.
Er gehört zu den meistfotografierten Orten der Küste – und zu den am häufigsten missverstandenen. Wer im August mittags ankommt, findet einen Menschentrichter vor; wer um neun Uhr früh mit dem Boot kommt, hat die Bucht fast für sich. Der Unterschied liegt ausschließlich im Wie und im Wann, und genau deshalb bleibt die zweistündige Bootstour ab Amalfi – 36 € pro Person auf GetYourGuide, Preis geprüft – die einfachste Lösung.
Wo genau er liegt
Die SS163 am km 23: Die Brücke über dem Fjord ist eine der engsten Stellen der ganzen Straße.
Die Gemeinde Furore verteilt sich über den Berghang und hat keinen Ortskern am Meer: Der Fjord ist ihr einziger Zugang zur Küste. Mit dem Auto fährt man ihn vorbei, ohne es zu merken, denn die Brücke ist nur wenige Meter lang, und in der Haltebucht auf der Seite von Praiano stehen bestenfalls zehn Fahrzeuge.
Die Koordinaten lauten 40,6139 N und 14,5543 O. Von Amalfi sind es rund sechs Kilometer Küstenstraße nach Westen, von Positano ein gutes Dutzend nach Osten, und aus beiden Richtungen kommen Sie an Conca dei Marini und der Grotta dello Smeraldo vorbei.
Die Anfahrt: vier Wege, nur einer bequem
| Verkehrsmittel | Zeit ab Amalfi | Kosten | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Boot (2-Stunden-Tour) | Abfahrt am Molo Pennello | 36 € pro Person | Blick auf die Bucht von außen, Badestopp inklusive |
| SITA-Bus Linie 5070 | wenige Minuten | Einzelfahrschein nach Zone; Tageskarte 10 € | Halt auf der Brücke, danach die Treppe |
| Auto oder Roller | 15 Minuten | kaum Parkplätze | targhe alterne in der Hochsaison |
| Zu Fuß über die Wanderwege | unterschiedlich | kostenlos | steile Abstiege, festes Schuhwerk |
Mit dem Bus, ganz ohne Auto
Die SITA-Linie 5070 verbindet Amalfi mit Positano und hält direkt auf der Brücke über dem Fjord.
Die SITA-Linie 5070 Amalfi–Positano–Sorrent hält an der Brücke. Fahrscheine gibt es nicht im Bus: Sie kaufen sie vorher in Bars und Tabakläden mit dem SITA-Schild oder über die App Unico Campania. Wenn Sie an einem Tag mehr als zwei Fahrten planen, lohnt sich die 24 Stunden gültige Karte COSTIERASITA für 10 €, die mit den Ortsbussen von Positano 12 € kostet. Die letzte Fahrt kommt gegen 22:00 Uhr vorbei – für die Rückfahrt nach dem Abendessen sollten Sie also nicht damit rechnen.
Amalfi–Positano dauert auf der gesamten Strecke etwa fünfzig Minuten; die Haltestelle am Fjord kommt deutlich früher. Die übrigen Verbindungen der Gegend stehen unter Anreise an die Amalfiküste.
Mit dem Auto: erst die targhe alterne prüfen
Parkraum an der Küstenstraße gibt es kaum, und bewacht ist er nirgends. Vom 1. August bis 30. September gelten zwischen Vietri sul Mare und Positano üblicherweise täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr die targhe alterne (Fahrverbot im Wechsel nach gerader und ungerader Kennzeichenendziffer); laut ANAS-Verordnung gilt die Regel außerdem an Wochenenden und Feiertagen vom 1. Juni bis 31. Juli sowie im gesamten Oktober. Gerade Kennzeichen an geraden Tagen, ungerade an ungeraden. Ausgenommen sind Motorräder und Roller, Einwohner der dreizehn Küstengemeinden plus Agerola, Taxis und Mietwagen mit Fahrer sowie Hotelgäste am An- und Abreisetag, sofern sie die Buchung vorzeigen können. Ein deutsches Kennzeichen zählt dabei nach seiner letzten Ziffer – planen Sie den Tag also besser um die Regel herum, statt sich auf Kulanz zu verlassen. Die genauen Zeiträume legt ANAS jedes Jahr neu fest; verbindlich ist die Verfügung für die laufende Saison.
Wer das Auto in Amalfi stehen lässt, zahlt im städtischen Parkhaus Luna Rossa vom 1. Juni bis 30. September 4,00 € pro Stunde und in der Zwischensaison 3,00 €, der lange Tagestarif liegt bei 20 € (25 € im August).
Der Strand: was Sie wirklich erwartet
Die Küste zwischen Praiano und Furore: senkrechte Wände und sehr wenige Zugänge zum Meer.
Kiesel, kaum Sand, keinerlei Einrichtungen. Keine Toiletten, keine Duschen, keine Bar, keine Mietliegen. Das Wasser wird nach wenigen Metern tief und bleibt kühler als das offene Meer, weil die Bucht den größten Teil des Tages im Schatten liegt: im Juli angenehm, im Mai weniger.
Die nutzbare Fläche misst wenige Dutzend Quadratmeter. Ab 10:00 Uhr ist sie belegt, und es rückt kaum jemand nach, weil fast niemand vor dem späten Nachmittag die Treppe wieder hinaufsteigt. Nehmen Sie Wasser mit: unten gibt es keines zu kaufen.
An der rechten Wand stehen noch die Fischerhäuser am Fels, die sogenannten monazzeni, mit den Rampen und kleinen Bögen, die einst zum Meer hinunterführten. Sie sind der Grund, warum der Ort eher nach verlassenem Dorf aussieht als nach Strand – und zugleich der Grund, warum er als halbstündiger Zwischenstopp besser funktioniert denn als Badetag. Wer mit dem Plan anreist, bis zum Sonnenuntergang zu bleiben, fährt fast immer schon vor dem Mittagessen wieder ab.
Fürs Baden gilt die Badeverordnung der Hafenbehörde Salerno: Motorboote müssen mehr als 100 Meter von Felsküsten entfernt bleiben, die Boote fahren also nicht in die Bucht hinein, sondern stoppen davor. Wer über diese Grenze hinausschwimmt, muss eine Boje mit Taucherflagge mitführen. Die übrigen Badestopps der Küste finden Sie auf der Seite zum Schnorcheln an der Amalfiküste.
Der Fjord vom Wasser aus: welches Boot
| Ausfahrt | Ab | Dauer | Preis | Enthalten |
|---|---|---|---|---|
| Fjord-Tour mit Badestopp | Amalfi | 2 Std. | 36 € pro Person | Küste, Fjord, ein Badestopp |
| Tour mit Grotten und Drinks | Amalfi | 4–8 Std. | 86 € pro Person | längere Strecke bis Positano, zwei Stopps |
| Mietboot ohne Führerschein | Positano, Amalfi | 4 Std. | ab 350 € pro Boot | volle Freiheit, Motor bis 40,8 PS |
Tourpreise auf GetYourGuide, geprüft; der Mietpreis ist der von Lucibello veröffentlichte. Die Zwei-Stunden-Tour ist die naheliegende Wahl, wenn der Fjord das Ziel ist; die Grottentour ab Amalfi lohnt sich, wenn Sie auch Positano sehen und länger im Wasser sein wollen. Wer lieber selbst steuert, findet Grenzen und Vorsichtsmaßnahmen unter Bootsverleih – in die Bucht selbst dürfen Sie mit laufendem Motor nicht einfahren.
Was Sie am selben Vormittag verbinden können
- Marisa Cuomo, das 1980 gegründete Weingut von Furore mit rund zehn Hektar auf fünfhundert Metern Höhe: kostenlose Führung um 09:00 oder 10:00 Uhr nach Voranmeldung, Verkostung mit Speisen ab 60 € pro Person, geöffnet montags bis samstags 09:00–18:00 Uhr und sonntags 09:30–14:30 Uhr, in der Saison bis Ende Oktober. Der Rest der Region steht unter Essen und Wein an der Amalfiküste.
- Die Grotta dello Smeraldo bei Conca dei Marini, 7 € Eintritt, geöffnet von 10:00 bis 16:00 Uhr.
- Die Wanderwege oberhalb von Furore, die an das unter Wanderwege und Sentiero degli Dei beschriebene Netz anschließen.
- Positano, fünfzig Busminuten weiter westlich: Logistik der Anleger und Strände unter Bootstouren ab Positano.
Wann Sie kommen sollten
Von Mai bis Anfang Juli sind die Vormittage klar und die Treppe erträglich. August ist der schlechteste Monat: übervoller Strand, verstopfte Küstenstraße, targhe alterne an jedem Tag. Der September bringt das Meer wieder auf durchschnittlich 24,9 °C, bei halb so vielen Menschen. Im Winter schlägt die Brandung oft über den Strand, und der Ort verliert seinen Sinn – die Brücke bleibt allerdings einer der besten Aussichtspunkte der Straße.
Der Fjord von Furore belohnt, wer früh kommt oder ihn vom Wasser aus betrachtet. Haben Sie nur einen Vormittag, ist die Zwei-Stunden-Tour ab Amalfi die effizienteste Wahl: Verfügbarkeit der ersten Abfahrt prüfen und die Treppe denen überlassen, die Zeit zum Anstehen haben.